Chanthaburi – wo das echte Thailand beginnt

🎂 Ein Geburtstag in Bangkok und die Reise nach Chanthaburi

Heute ist Leonies Geburtstag und wir wachen im warmen Bangkok auf. Der Tag beginnt gemütlich – mit der Mission, ein Café zu finden, das Pancakes mit Banane und Schokolade serviert. In Thailand gar nicht so einfach. Die Einheimischen bevorzugen am Morgen Suppe oder Reisgerichte – also etwas ganz anderes als unsere westlichen Frühstücksgewohnheiten. Leonies Augen leuchten beim Auspacken der kleinen Geschenke: Bücher, Ausmalhefte und kleine Beschäftigungsspiele – nichts Großes, aber genau das Richtige für unsere Reise.

Nach einem süßen Start in den Tag steht unsere Weiterreise bevor. Der Transport nach Chanthaburi klappt problemlos – alles war schon von Deutschland aus organisiert. Ein komfortabler SUV holt uns überpünktlich direkt am Hotel ab und bringt uns in etwa vier Stunden sicher an unser Ziel. Wir sind froh nicht selbst fahren zu müssen, da uns der Linksverkehr – selbst als Beifahrer – immer wieder aus dem Konzept bringt.

Als wir schließlich in unsere Straße einbiegen, sind wir zunächst etwas überrascht: Die Nachbargebäude sind verfallen, halbfertig oder im Umbau und vieles wirkt auf den ersten Blick chaotisch. Aber genau das ist wohl das echte Thailand – authentisch und nah am Leben der Einheimischen.

Unsere eigene Unterkunft dagegen überrascht uns positiv. Sie ist geschmackvoll eingerichtet, mit asiatischem Flair und einem Hauch französischem Stil – hell, luftig und mit liebevollen Details.

Am Nachmittag feiern wir Leonies Geburtstag traditionell mit einem Sahnekuchen – auch das ist in Thailand wohl eher ungewöhnlich. Wir haben schon auf früheren Reisen gelernt uns möglichst an die ortsüblichen Essgewohnheiten anzupassen. Daher sind wir zum Glück nicht mehr überrascht am nächsten Tag mit einer leichten Magenverstimmung aufzuwachen.

Wir haben uns sehr über die lieben Glückwünsche aus der Heimat gefreut – und besonders Leonie hat es glücklich gemacht, dass so viele an sie gedacht haben. Beim Zubettgehen hat Leonie sich sehr über diesen besonderen Geburtstag gefreut.

💎 Geschichte, Glaube und Edelsteine – Eindrücke aus Chanthaburi

Chanthaburi ist eine Stadt mit Geschichte – und mit vielen Überraschungen.

Von 1850 – 1900 stand die Region unter französischer Besatzung, und aus dieser Zeit stammt auch die größte katholische Kirche von Thailand. 94% der thailändischen Bevölkerung sind Buddhisten und so hat sich die christliche Minderheit überwiegend in dieser Region angesiedelt.

Wir wollten sie gerne besichtigen, doch leider war das Gelände komplett umzäunt und nicht zugänglich. Es erinnert daran, dass Minderheitenreligionen überall auf der Welt besonderen Schutz benötigen.

Neben dieser kulturellen Seite hat Chanthaburi auch eine ganz andere, weltliche Besonderheit: den Edelsteinmarkt. Früher gab es in der Umgebung reiche Rubin- und Saphirvorkommen, die den Ort zu einem bedeutenden Handelszentrum machten. Heute sind die Minen weitgehend erschöpft, doch der Markt hat überlebt.

Zwischen kleinen Ständen und schattigen Planen sitzen Händler aus aller Welt: Käufer aus Malaysia, arabische Händler, sogar ein russischer Geschäftsmann – sie handeln mit geschliffenen und ungeschliffenen Edelsteinen, die aus Ländern wie Myanmar, Sri Lanka oder Afrika stammen.

Chanthaburi hat zwar seine frühere internationale Bedeutung eingebüßt, doch es bleibt ein faszinierender, geschäftiger Markt mit unbekannten Traditionen.

🥬 Marktleben in Chanthaburi – Einkaufen auf Thailändisch

In Deutschland gibt es an jeder Ecke große Supermärkte – sauber, ordentlich, genormt.

Hier in Chanthaburi sieht das ganz anders aus. Statt Supermärkten prägen große Märkte und unzählige kleine Händler an den Straßenecken das Bild.

Ein Besuch auf dem Großmarkt war besonders beeindruckend, alles gibt es in riesigen Gebinden. Ein ganzer Sack frischer Ingwer kostet umgerechnet zweieinhalb Euro, Gewürze werden kiloweise verkauft. Als wir nur 6 Eier kaufen wollen wird uns eine Plastiktüte mit aufgeschlagenen Eiern angeboten. Kleine Kartons gibt es nicht.

Die Kühlkette wird eher locker gesehen: Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte liegen offen auf den Tischen, manchmal mit etwas Eis bedeckt, manchmal gar nicht.

Ein kleines Wunder, dass wir bisher keine ernsthaften Magenprobleme hatten – vermutlich, weil der Durchsatz hoch ist und alles schnell verkauft wird.

Die Märkte sind lebendig, laut und bunt. Obwohl wir kein Thai sprechen, spüren wir die Herzlichkeit der Menschen überall. Besondern Leonie ist hier ein Hingucker, alle drehen sich nach ihr um, wollen ihr Hallo sagen eine Frau hat sich Leonie direkt geschnappt und Ihren Mann gebeten ein Foto zu machen!

Da Chanthaburi kaum touristisch ist, gibt es keine englischen Speisekarten! Wenn wir Glück haben sind neben den Gerichten einige Bilder. In einfachen Restaurants hilft uns nur die Übersetzer-App. Oft wissen wir nicht genau, was wir bestellen – aber das macht den Reiz aus. Ehrlich gesagt wissen wir die meiste Zeit auch nicht was wir essen wenn es vor uns steht. Es ist immer ein kleines Abenteuer auf dem Teller.

🌿 Ein Abenteuer im Nationalpark

Heute stand Natur pur auf dem Programm: Wir besuchen den Nationalpark, der für seinen beeindruckenden Wasserfall bekannt ist.

Gleich hinter dem Eingang führt eine kleine Brücke über den Bach und hinauf zu einem Naturpfad.

Gefühlt sind wir die einzigen, die diesen Weg gehen – dennoch ist es teils ohrenbetäubend laut, das Rauschen des Wassers aber besonders das an Kreissägen erinnernde Geräusch der Zikaden begleitet uns durch den Dschungel.

Der Pfad ist offiziell nur ein Kilometer lang, kommt uns aber deutlich länger vor. Er führt bergauf über Stock und Stein, über Wurzeln, Felsen und durch ausgetrocknete Flussbetten mit metergroßen Steinen – ein echtes Abenteuer, besonders für Leonie, die sich tapfer durchkämpft.

Unterwegs entdecken wir eine riesige Spinne, mehrere Salamander und sammeln beeindruckend große Blätter. Oben angekommen, empfängt uns endlich der Wasserfall. Wir sind schweißgebadet, aber glücklich – und springen sofort in den klaren, kühlen Wasserlauf. Das Wasser ist erfrischend, glasklar und überall schwimmen kleine Fische, die neugierig an uns heranschnellen. Sie kitzeln und piksen uns und die Kinder quietschen vor Lachen.

Nach dem ausgiebigen Bad wollen wir nur noch zurück in die Stadt – aber es gibt keine Taxis, und der Park liegt 20 Minuten außerhalb. Ein Bus soll irgendwo fahren, aber wir finden ihn nicht.

Also marschieren wir zur Hauptstraße, Daumen raus – und tatsächlich, nach nur fünf Minuten halten drei freundliche Thailänder in einem alten Pick-up an und bieten uns eine Mitfahrt an. Wir verstehen uns kein bisschen, aber „No Taxi“ und „Chanthaburi“ reichen offenbar völlig aus, um unsere Situation und unser Ziel zu erklären.  Da wir nicht alle sieben ins Auto passen, springt einer der Männer kurzerhand auf die Ladefläche, damit wir alle Platz haben. Während der Fahrt navigieren wir mit Google Maps, um einen geeigneten Haltepunkt in der Stadt zu finden – und alles klappt erstaunlich reibungslos.

Als wir aussteigen, sind wir stolz und erleichtert: unser erstes Abenteuer per Anhalter – spontan, unkompliziert und mit einer großen Portion Vertrauen, das sich gelohnt hat. Die Thailänder sind wirklich ein hilfsbereites Volk – freundlich, unkompliziert und mit einem Lächeln. So macht der Urlaub Spaß.

🌞 Ankommen in Chanthaburi – zwischen Alltag und Abenteuer

In Bangkok waren wir noch eindeutig Touristen. Hier in Chanthaburi aber schleicht sich langsam der Alltag ein. Morgens arbeiten wir, nachmittags unternehmen wir etwas – ganz ohne festen Plan. So lernen wir die Umgebung, die Kultur und die Menschen kennen.

Morgens haben wir uns den Kaffee fast abgewöhnt – aber am Nachmittag gönnen wir uns meist einen Eiskaffee, wie ihn hier fast jeder trinkt. Abends sitzen wir gern draußen in einem Restaurant, genießen das warme Wetter, das Leben auf der Straße und die freundliche Atmosphäre.

Die Kinder machen es großartig:
Kilean lernt fleißig und übt jeden Tag, während Leonie immer mehr Aufgaben haben will – am liebsten Ausmalhefte oder Bastelarbeiten. Wenn mal nichts ansteht spielen sie auch großartig miteinander.

Die Kinder werden auch immer geschickter – sie können inzwischen Nudelsuppe mit Stäbchen essen, ohne dass die Hälfte daneben geht.

Wir vermissen unser deutsches Brot erstaunlich schnell. Umso größer war die Freude, als wir im Einkaufszentrum tatsächlich ein echtes deutsches Brot gefunden haben – frisch gebacken und noch warm. Dort haben wir außerdem kleine Karaoke-Kabinen entdeckt, die von jung und alt, Männern und Frauen gleichermaßen genutzt werden. Einfach rein, zwei Songs singen, lachen – und wieder raus. Den Einheimischen macht es einen Riesenspaß.

Die vielen „Wat“ (Tempel) sind aber nicht nur Orte des Gebets, sondern auch Treffpunkte des sozialen Lebens. Wir betrachten das geheimnisvolle Treiben nur von außen.

Auf einem Nachtmarkt haben wir sogar eine chinesische Oper gesehen – laut, farbenfroh, voller Ausdruck. Dank ChatGPT wissen wir jetzt, was wir da überhaupt gehört und gesehen haben 😉 Überhaupt hilft uns ChatGPT ständig, uns hier besser zurechtzufinden – vom Übersetzen bis zum Verstehen kultureller Eigenheiten.

Bei einem Stadtbummel entdecken wir eine Feuerwehrwache, deren Technik noch wirkt wie aus einer anderen Zeit.

Und in einem kleinen Laden fällt uns ein Baby auf, das glücklich auf einer wassergefüllten Matratze unter dem Verkaufstisch liegt, direkt an der 2-spurigen Straße. Solche Bilder prägen sich ein und lassen über die eigene Erwartungshaltung grübeln.

Chanthaburi ist echtes, authentisches Thailand. Hier spürt man noch die ursprüngliche Geschäftigkeit und Gemeinschaft, fast so wie auf dem Marktplatz in Waldenau – nur eben inmitten einer exotischen, tropischen Umgebung. Und genau das tut gut.

Langsam, aber sicher merken wir, dass wir angekommen sind – irgendwo zwischen Reisen und Alltag.

2 Kommentare zu “Chanthaburi – wo das echte Thailand beginnt

  1. Claudia

    Mega coole Bilder, Videos und Berichte. 💖
    Freu mich auf die Fortsetzung. Ich find das super. So bekomme ich einen Einblick und dann ist es wie selbst da gewesen 👍
    Und ich muss nicht mehr selbst hinfliegen 🤣🤣🫣Habt weiterhin viel Spaß und Freude.
    Liebe Grüße Claudi 😘

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